Prostata Center Frankfurt
Neuartige Diagnostik und Schonende Behandlung bei Prostatakrebs

Punktgenaue Behandlung mit HIFU

Schonend - Potenz- und Kontinenzerhaltend

Mit den exakten „Koordinaten“ des Karzinom-Herdes (Lokalisation, Ausdehnung, Verteilung)  werden schonende potenz- und kontinenzerhaltende Therapien ermöglicht.    

Mithilfe der Fokalen Therapie können mit dem Sonablate auch kleinste Areale behandelt werden. Eine Läsion hat eine Größe von ca 3 mm. Es werden so viele Läsionen nebeneinander gemacht bis das gewünschte Gebiet volkommen therapiert ist. Somit kann gesundes Gewebe geschont werden. Der Hersteller Focus Surgery hat die erste HIFU Maschine bereits 1989 gebaut. Derzeit können mit dem Sonabalte 500 Blasen- Nieren- und Prostata-Tumore behandelt werden

HIFU Behandlungseinheit

Bei der fokalen oder Teilbehandlung handelt es sich um einen noch relativ neuen Therapieansatz, wenn es um Prostatakrebs geht. Bei anderen Krebsformen, z.B. bei Brustkrebs, ist man schon vor vielen Jahren dazu übergegangen, nur den Tumor zu entfernen, um die Brust so weit es geht zu erhalten. Grundlage für das Umdenken bei der Prostatakrebs-Therapie ist zum einen, dass die Diagnosemöglichkeiten immer genauer werden, so dass auch kleine Krebsherde besser als früher erkannt werden. Zum anderen stehen heute High Tech-Geräte zur Verfügung, die die technischen Voraussetzungen dafür bieten, jeden beliebigen Teilbereich der Prostata millimetergenau zu behandeln und dabei das angrenzende gesunde Gewebe zu schonen. Eine Reihe von wissenschaftlichen Studien haben nachgewiesen, dass eine solche Teilbehandlung der Prostata gute Erfolge bei der Krebsbehandlung verspricht und gleichzeitig mit einem geringeren Risiko von Nebenwirkungen einhergeht.  Bei der HIFU-Behandlung handelt es sich zudem um ein Behandlungsverfahren, das nahezu beliebig wiederholt werden kann. Dies ermöglicht - sollte sich ein neuer Tumor in unbehandeltem Gewebe bilden - dass man eine neue HIFU- Behandlung durchführen kann.

Hier die schematisch dargestellte fokale HIFU-Behandlung von Prostatakrebs (rot )



Wie läuft die Behandlung ab?

Die Behandlung dauert zwischen 0,5 und 2 Stunden, je nachdem, wie groß der Bereich der Prostata ist, der behandelt wird. Wenn medizinisch nichts dagegen spricht wird die Behandlung unter Vollnarkose durchgeführt. Bei medizinischer Notwendigkeit kann aber auch in lokaler Betäubung (Spinalanästhesie oder Sakralanästhesie) behandelt werden.

Während der Behandlung wird der Patient in Steinschnittlage (Füsse nach oben) auf einem Operationstisch gelagert. Im Falle einer Spinalanästhesie erhält er außerdem ein Schlafmittel, damit er während der Behandlungsdauer ruhig liegt. Der Applikator mit der Ultraschallsonde wird in den Enddarm eingeführt und dient sowohl zur Bildgebung (6,5 MHz) als auch zur Behandlung (4 MHz).

Die Prostata wird mittels Ultraschall in das Zielgebiet eingestellt. Danach macht der Arzt die Therapieplanung mittels der 3D Darstellung der Prostata. Nach Planung und erneutem vergleichen des eingestellten Behandlungsareals wird die Behandlung gestartet. Währenddessen wird über das Ultraschallbild die Veränderung in der Prostata dargestellt. Der Behandler kann zu jeder Zeit in die Behandlung eingreifen. Die Leistung des Ultraschalls wird dem zu behandelnden Gewebe angepasst.

Nach jeder Läsion verschiebt sich die Sonde automatisch, so dass nach und nach das ganze Tumorgewebe (geplantes Gewebe) zerstört wird. Dies geschieht u. a. durch die hohen Temperaturen von 85 bis 90°C, die im Brennpunkt der gebündelten (fokussierten) Ultraschallwellen entstehen. Sie „verkochen“ das Gewebe innerhalb von Sekunden, so dass es dadurch dauerhaft zerstört ist. Eine Reihe von Sicherheitseinrichtungen sorgen dafür, dass die Behandlung sofort unterbrochen wird, wenn Abbruchkriterien wie Bewegung der Prostata, zu starke Reaktion im Zielgebiet, Überschreitung von Temperaturen erreicht werden sollten. Diese HIFU-Technik wird seit 1993 klinisch angewandt und hat ihre Effektivität in zahlreichen Studien bewiesen.  

Sowohl während der Behandlung wie auch direkt nach Abschluss der Behandlung kann eine Nachkontrolle vorgenommen werden. Diese kann mittels Ultraschall oder MRT erfolgen, während sich der Patient noch in Narkose befindet. Dazu erhält der Patient ein Ultraschall-Kontrastmittel, anschließend wird ein Echtzeit-Ultraschallbild der Prostata erstellt. In diesem kann der Arzt genau erkennen, welche Teile der Prostata behandelt worden sind. Er kann dieses Ergebnis mit dem MRT-Bild abgleichen, in dem die erkannten Tumorbereiche markiert wurden. Bei Bedarf können Nachbehandlungen sofort, also innerhalb derselben Sitzung, vorgenommen werden.

Bei größeren Behandlungsarealen sowie einer Blasenentleerungs-Störung aufgrund einer gleichzeitig bestehenden gutartigen Prostatavergrößerung kann eine Prostataausschälung (TURP) über die Harnröhre notwendig werden. Dieser minimal-invasive Eingriff wird 4 bis 6 Wochen vor der HIFU-Behandlung durchgeführt.

Der Patient kann das Krankenhaus meist nach 3-4 Tagen verlassen. Die Kosten einer HIFU-Behandlung tragen sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen.

Für wen ist die Behandlung geeignet?

Die Behandlung eignet sich vor allem für Patienten mit lokalem Prostatakarzinom (Stadien T1-T2), d.h. der Prostatakrebs befindet sich innerhalb der Kapsel und es haben sich noch keine Metastasen gebildet. Die Behandlung ist auch für Patienten geeignet, für die eine Operation aus gesundheitlichen Gründen nicht in Frage kommt oder die Standardtherapien (Operation, Bestrahlung, Hormontherapie, Active Surveillance) ablehnen. Darüber hinaus eignet sich die Behandlungsmethode als sogenannte „Salvagetherapie“ für Patienten, die nach einer erfolgten Prostatakrebsbehandlung erneut an Prostatakrebs erkranken („Rezidiv“). Hier ist eine Behandlung nach Therapieversagen möglich, sowohl nach Radikaler Prostatektomie wie auch nach anderen Behandlungsmethoden. Die Behandlung mit HIFU eignet sich daher besonders als Einstiegsbehandlung, da auch danach noch alle anderen Behandlungsmethoden weitestgehend offen stehen.  

Gibt es Ausschlusskriterien?

Bei Patienten mit Schädigungen am Enddarm (z.B. nach Bestrahlung oder Rektumchirurgie) ist die Behandlung ausgeschlossen, da sie durch das Rektum hindurch erfolgt.

Die geeignete Behandlungsmethode richtet sich nach individuellen Kriterien, in manchen Fällen ist eine nerverhaltende Entfernung der Prostata nötig, um den Krebs nachhaltig zu besiegen.