Prostata Center Frankfurt

Neuartige Diagnostik und Schonende Behandlung bei Prostatakrebs

 

MRT Fusionsbiopsie

Computergestützte Fusionsbiopsie - Die innovativste Diagnostik des Prostatakarzinoms

Privtdozent Dr. Rainer A. Bürger erläutert die Bedeutung der MRT-Fusionsbiopsie

Die Fusion der multiparametrischen MRT und der transrektalen Sonographie stellt heute die innovativste Diagnostik des Prostatakarzinoms dar.

Die MRT-Daten werden in eine spezielle Software eingelesen. Die 3D-Daten aus MRT und transrektaler Sonografie werden in Echtzeit übereinander gelagert. Anschließend werden aus MRT-suspekten Arealen computergesteuert unter Zuhilfenahme einer Rasterschablone millimetergenau Gewebsproben entnommen. Die Biopsiestellen in der Prostata werden im Computersystem abgespeichert und optimieren die Therapieplanung und zielgenaue, schonende Prostatakrebs-Behandlung. 


Darüber hinaus erlaubt das Verfahren, den Entnahmeort jeder einzelnen Biopsie in einer virtuell drei-dimensional (3D-) konfigurierten Prostata exakt zu dokumentieren und somit für die Kontrollbiopsien im Rahmen der aktiven Überwachung zur Verfügung zu stellen.

Eine optimale Beurteilung des Tumors ist die Voraussetzung für eine differenzierte und individuelle Behandlung des Patienten. Die computergestützte MRT-Fusionsbiopsie gibt dem Arzt und Patienten Diagnosesicherheit.

Bild 1 + 2: Planung der Prostata-Fusionsbiopsie mit Hilfe der MRT-Bilder

Bild 3 + 4: Nachweis von 3 tumorverdächtigen Arealen, mm-genaue Punktion des im MRT festgestellen Tumorherdes

Infektionsvermeidung durch Perineale Biopsie:

Allein in Europa werden jährlich über eine Million Prostatabiopsien durchgeführt. In über 90% der Fälle wird der konventionelle transrektale (über den Enddarm) Zugangsweg gewählt. Dieser kontaminierte Zugangsweg macht eine mehrtägige Antibiotikatherapie notwendig, die zu einer Zunahme der multiresistenten Bakterien im Enddarm beiträgt. Folglich liegt das Risiko einer Infektion trotz Antibiotikaprophylaxe mit etwa 6 % relativ hoch. Die transrektalen Biopsie birgt ein weiteres Problem: ca. 20% aller Prostatakarzinome liegen im vorderen Bereich der Prostata. Diese können, ebenso wie sehr kleine Tumoren, über den Zugang durch den Darm nicht oder nur bedingt erkannt werden.

Die von uns durchgeführte perineale Biopsie wird nicht durch den kontaminierten Enddarm, sondern durch die sterilisierbare Dammregion (Perineum) durchgeführt. Bei diesem Zugangsweg besteht kaum ein Infektionsrisiko. 

Video: 3 D - MRT - Ultraschall-Fusionsbiopsie

Übertherapie vermeiden – Aktive Überwachung verbessern

Die computergestützte MRT-Fusionsbiopsie erlaubt die gezielte Erkennung von Prostatakarzinomen. Studienergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass die multiparametrische MRT-Untersuchung der Prostata insbesondere zum Nachweis von „Hochrisiko“-Karzinomen geeignet ist und somit eine Möglichkeit bietet, auf diesem Wege Überdiagnostik und Übertherapie zu vermeiden.

Desweiteren wird dieses Verfahren in Zukunft eine besondere Rolle zur aktiven Überwachung von sogenannten Niedrig-Risiko-Tumoren spielen. MRT-Verlaufskontrollen können Veränderungen im Wachstumsverhalten der Karzinome detektieren. Hierdurch kann einerseits eine unnötige Behandlung stabiler Niedrig-Risiko-Karzinome vermieden werden, andererseits kann das Tumorwachstum der Niedrig-Risiko-Karzinome rechtzeitig entdeckt und zu einem optimalen Zeitpunkt einer Therapie zugeführt werden. 

Zentrum für MRT-Fusionsbiopsie der Prostata    

In dem seit 2013 bestehenden Kooperationsprojekt unter der Leitung PD Dr. med. Rainer A. Bürger, Urologische Klinik des Sankt Katharinen Krankenhauses in Zusammenarbeit mit Dr. Thomas Wollenweber, Radiologische MRT-Praxis Adickesallee Frankfurt/Main und Prof. Stephan Falk, Pathologisches Institut OptiPath Frankfurt/Main, konnten bisher über 1000 Patienten mittels der computergestützten MRT-Fusionsbiopsie eine präzise und hochmoderne Prostatadiagnostik angeboten werden. Die genaue pathologische Analyse der so gewonnen Biopsien sowie die neuartige Möglichkeit der molekularbiolagischen Genanalyse des biopsierten Gewebes erlaubt eine differenzierte Betrachtung.

Diese Erkenntnisse ermöglichen neben dem Primärziel der Heilung bei allen Betroffenen einen Erhalt der maximalen Lebensqualität.